DER SPORTLICHE HÖHEPUNKT

Bezirksliga Ost Meister 96/97

Um die Geschichte vom sportlichen Höhepunkt unseres Vereins erzählen zu können, muss man etwas weiter ausholen. Zu Beginn der Saison 94/95 verpflichteten wir als Spielertrainer Klaus Waldmann, der auf den zuvor zwei Jahre bei uns tätigen Jürgen Hoffmann folgte. Unter Hoffmann erreichte unsere Elf jeweils Platzierungen im vorderen Tabellendrittel.

Neben dem Abgang des Trainers verließ uns mit Uwe Herdt auch einer unserer wichtigsten Offensivspieler, was wohl einer der Gründe war, warum unsere Mannschaft unter Waldmann nicht das in den Jahren zuvor gezeigte Leistungsniveau erreichte und uns letztlich einen Tabellenplatz in der Abstiegsregion einbrachte. Dies hatte zur Folge, dass wir ihn zum Jahreswechsel von seiner Trainertätigkeit entbanden und mit dem ehemaligen Bundesligaspieler Bodo Mattern einen neuen Spielertrainer verpflichteten. Was zu diesem Zeitpunkt keiner erahnen konnte, sollte sich dies für unseren Verein als echter Glücksfall erweisen.

Unser damaliges Spielausschussmitglied Reinhard Munsch hatte durch einen Arbeitskollegen erfahren, dass Mattern kurz zuvor bei Rot-Weiß Darmstadt entlassen worden und somit frei für eine neue Aufgabe war. Im restlichen Saisonverlauf gelang es dem neuen Trainer unsere Mannschaft zu stabilisieren und dennoch mussten wir bis zum letzten Spieltag zittern, ehe wir den Klassenerhalt nach nur einer Niederlage in der Rückserie feiern konnten.

Wenngleich uns mit Nicolai Adam am Ende dieser Saison ein weiterer wichtiger Angreifer verließ, profitierte unsere Mannschaft in diesen Jahren besonders davon, dass Spielerabgänge eher selten waren und der Kader stets um 2-3 Spieler ergänzt werden konnte. Somit gab es einen festen Stamm an Spielern, der über die Jahre zusammengewachsen war und daher eine echte Einheit bildete. Hiervon profitierte letztlich auch Mattern, der unsere Elf bereits in seiner ersten vollständigen Spielzeit auf den zweiten Tabellenplatz führte, was für uns das Recht auf Teilnahme an der Aufstiegsrelegation bedeutete.

In einem denkwürdigen ersten Spiel auf neutralem Platz in Nieder-Ramstadt verloren wir nach vier Platzverweisen durch einen parteiischen Schiedsrichter gegen den VfB Lampertheim mit 1:5, so dass faktisch bereits alle Aufstiegsträume ausgeträumt waren. Im darauf folgenden Heimspiel gelang uns gegen Eintracht Rüsselheim ein Remis und im abschließend bedeutungslosen Spiel beim TSV Wolfskehlen verloren wir.

Folgerichtig stand für das Spieljahr 96/97 eine weitere Runde in der Bezirksliga an. Der bereits in der Vorsaison gut besetzte Kader, ermöglichte es uns sogar die beiden Rückkehrer Uwe Herdt und Nicolai Adam erst nach Ablauf Ihrer Wechselsperre einzusetzen. Ohne überheblich zu sein, konnten wir uns diesen Luxus auch erlauben. Bereits in der Vorbereitungsphase zeigte unsere Elf Ihre Stärke und gewann in Klein-Umstadt den Stadtmeistertitel. In der Punktrunde setzen wir uns vom ersten Spieltag an, an die Tabellenspitze und sicherten uns bereits am fünftletzten Spieltag den Meistertitel.

Wir hatten 73 Punkte gesammelt und 90 Tore erzielt, was durch diverse Festlichkeiten gebührend gefeiert wurde. Den absoluten Höhepunkt hierbei war die offizielle Meisterfeier im Bürgerhaus.

Die erste Saison unseres Vereins in der Bezirksoberliga überhaupt, verlief bis zur Winterpause trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Mattern sehr positiv. Nach Abschluss der Hinrunde standen wir auf einem einstelligen Tabellenplatz und hatten uns ein gutes Polster auf die Abstiegsregion erarbeitet. Besonders in Erinnerung sind hier vielen die Siege zu Hause gegen den FV Hofheim (2:1) und auswärts beim SV Erzhausen (3:1) sowie beim VfB Lampertheim (7:4) geblieben. Außerdem natürlich die beiden Derbys gegen den TSV Langstadt.

Bedingt durch weiteres extremes Verletzungspech, u. a. fielen unsere beiden etatmäßigen Torhüter Gerhard Sauerwein (Kreuzbandriss) und Jürgen Chlipek (Meniskusschaden) langfristig aus, sammelten wir bis zum Saisonende nur noch wenige Punkte, so dass wir wieder direkt in die Bezirksliga abstiegen.

Mattern blieb uns hier zunächst als Trainer erhalten, schaffte es aber nicht, die Mannschaft, trotz nur drei Abgängen, wieder an das Leistungsniveau der Vorjahre heranzuführen, was ihn im Herbst 1998 nach rund vier Jahren in unserem Verein zum Rücktritt veranlasste.