100 JAHRE SVK

100 Jahre SV “Viktoria” 1913 Kleestadt e.V.

Die Timeline des SVK:

Gründung
Die Anfänge
1. Weltkrieg 1914 – 1918
Neubeginn 1928
Sportplatzbau 1932
Nachkriegszeit ab 1945
Der tiefe Fall und der Wiederaufbau
50-jähriges Bestehen 1963
Gründung der Damenmannschaft
60 Jahre SV Kleestadt 1973
Renovierung Waldsportplatz
Meisterschaft 1976/77 und Aufstieg in die B-Klasse
Bau des Vereinsheims 1981/82
75 Jahre SV Kleestadt 1988
Meisterschaft 1996/97 und Aufstieg in die Bezirksoberliga Darmstadt
Bau des Trainingsfeldes 2001 bis 2003
1B-Mannschaft: Aufsteiger 2003/04 und 2010/2011
Resümee
Im Jubiläumsjahr 2013

 

In Jahr 2013 feierte der SV Kleestadt sein 100-jähriges Bestehen, damit gehört unser Sportverein zu den ältesten und traditionsreichsten Fußballclubs in der Region. Dies ist ein gebührender Anlass, stolz auf die geleistete Arbeit und die Höhepunkte zurückzublicken und die Meilensteine der Vereinsgeschichte in Erinnerung zu rufen.

Gründung

Als das Fußballspiel Ende des 19. Jahrhunderts vom Mutterland England auf das europäische Festland gebracht wurde, war noch nicht abzusehen, dass sich diese Sportart einmal zum Volkssport Nummer 1 entwickeln sollte. Gerade in den Anfängen musste der Fußball, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts oft als “Fußlümmelei” oder “englische Krankheit” bezeichnet wurde, um gesellschaftliche Anerkennung kämpfen.

Bereits ein Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende wurden in Kleestadt erste “Gehversuche” auf Wiesen und provisorisch hergerichteten Spielfeldern unternommen.

Als sich dann im Frühjahr ein kleiner Kreis von Idealisten in der Nebenstube in Philipp Selzers Gasthaus “Zum Lamm” zur Gründung des Sportvereins versammelte, wurde der Sportverein “Viktoria” 1913 Kleestadt e.V. als einer der ersten Fußballvereine im Sportkreis Dieburg geboren. Als Vereinsfarben wurden blau und weiß ausgewählt und ein vierblättriges Kleeblatt sollte als Symbol für Kleestadt und als Glücksbringer das Wappen schmücken. Den Vorsitz übernahm Hans Selzer, der als Mitarbeiter bei der Bahn über vielzählige Kontakte und Verbindungen verfügte, die dem noch jungen Verein zugutekamen. Gute Unterstützung leistete Spielleiter Weingärtner.

Die Anfänge

Trotz aller Begeisterung und großem Enthusiasmus war Fußball in diesen frühen Jahren noch nicht etabliert. Die Rowdies sollten ihrer Leidenschaft nicht zu nahe am Ort nachgehen, deshalb wurde dem jungen Verein eine Gemeindewiese, die so genannte Bruchwiese, zugewiesen.

Die selbst gefertigten Torstangen mussten damals noch zu jedem Spiel und Training getragen, auf- und anschließend wieder abgebaut werden.

Eine feste Spielordnung und Schiedsrichter gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Aufgaben waren aber durchaus klar: der Torwart sollte die Torschüsse der Gegner vereiteln und die Feldspieler versuchten Tore zu schießen.

Als Dachverband fungierte der Fußballgau Odenwald mit Sitz in Bad König. Punktspielrunden wurden wegen der noch geringen Anzahl von Fußballclubs anfänglich nicht ausgetragen. Zum Kräftevergleich traf man sich in Sechserturnieren. Jede Turniermannschaft bestand aus sechs Spielern. Gespielt wurde zweimal siebeneinhalb Minuten, in denen voller Einsatz gefragt war. Als weitere Wettkampfart gab es den Fußballweitstoß. Hier galt es, den Ball von einer kleinen Erhöhung aus soweit wie möglich zu schießen. Dazu bediente man sich zumeist des Spitzenkicks. Fußballschuhe hatten deshalb meist eine besonders steife Vorderkappe.

Trikots waren noch nicht vorhanden. Um die Teams auseinanderhalten zu können, spielte eine Mannschaft in weißen Hemden.

Bälle waren aus Naturleder gefertigt und wurden immer wieder geflickt und sooft es ging mit Lederriemen zusammengeschnürt. Um ein solches “Flugobjekt” zu köpfen brauchte es schon Mut.

1. Weltkrieg 1914 – 1918

Der aktive Spielbetrieb wurde durch die Kriegsjahre unterbrochen. Wilhelm Pfeiffer führte den Verein als Präsident weiter. 1919 wurde er dann von Georg Lorey, der auch zu den Gründungsvätern des Vereins zählte, abgelöst.

Bis 1923 wurden nur Freundschaftsspiele und Turniere ausgetragen. Dann wurde es Pflicht, dem Süddeutschen Fußballverband beizutreten.

Der SV Kleestadt wurde der C-Klasse Aschaffenburg zugeteilt und ist im ersten Jahr ohne Heimniederlage geblieben.

Infolge Inflation, fehlender finanzieller Mittel und nicht zuletzt wegen Spielermangel, ruhte der Spielbetrieb in den Jahren 1924 bis 1928 erneut. Einige Aktive hatten sich dem damals gegründeten Wanderklub angeschlossen.

Aber das sollte keineswegs das Ende des Fußballs in Kleestadt markieren.

Neubeginn 1928

1928 wurde die Leidenschaft neu entfacht und der Fußballsport in Kleestadt zu neuem Leben erweckt. Fußball war inzwischen populärer geworden und die Jugend zeigte zunehmend Interesse. Ein Kleestädter Fußballanhänger spendete fünf Reichsmark für einen neuen Fußball und so konnte es wieder losgehen. Die Gemeinde stellte eine Gemeindewiese, die so genannte Ochsenwiese, am Ortsrand nach Schlierbach zur Verfügung. Dort wurden sodann die Torstangen eingegraben, die später dann mit Drahtgeflecht versehen worden sind.

In dieser Zeit wurden viele neue Vereine im Umkreis gegründet, so dass Kleestadt fortan in der C-Klasse Dieburg, die sich auch auf Randgebiete des Kreises Offenbach und Ausläufer des Odenwaldkreises erstreckte, spielte. Schon damals musste man beschwerliche Fahrten mit dem Fahrrad oder mit Pferdefuhrwerken zu Auswärtsspielen nach Offenthal, Götzenhain, Sandbach und Lützel-Wiebelsbach auf sich nehmen. In die nähere Nachbarschaft ging es oft zu Fuß. Selbst als ein Kleestädter Fußballfan später einen Lastwagen zur Verfügung stellte, waren die Fahrten auf den schlechten und holprigen Straßen oft größere Strapazen als das Fußballspiel.

Es war der damalige Lehrer Jakob Lautenschläger, der die erste Schüler- und Jugendmannschaft aufbaute und durch regelmäßiges Training zu einer der besten Schülermannschaften im Kreis entwickelte. Zwei Vizemeisterschaften waren die Folge.

Sportplatzbau 1932

Lehrer Lautenschläger war auch einer der treibenden Kräfte beim Bau des Waldsportplatzes. Schon früh hatte er die Idee eines Sport- und Kulturzentrums. Unterstützung fand er in dem damaligen Bürgermeister Philipp Krebs. In seiner Amtszeit stellte die Gemeinde ein Waldgrundstück zur Verfügung, das mit viel Fleiß und Schweiß gerodet werden musste. Es waren umfangreiche Erdbewegungen erforderlich, die von zahlreichen Helfern ohne Maschinen in mühsamer Handarbeit nur mit Hacke, Schaufel und Kipploren bewältigt wurden. Zusätzlich stellte das Arbeitsamt Darmstadt Arbeitskräfte für einen Wochenlohn von neun Reichsmark bis zu einem Gesamtbetrag von 2.000 Reichsmark zur Verfügung.

Es war die Zeit der großen Arbeitslosigkeit und damit verbunden auch eine Zeit akuter Finanzknappheit. Aufgrund eines Engpasses hielt Bürgermeister Krebs eine Bürgerversammlung ab und rief die Gemeinde zur Unterstützung auf. Am Morgen nach diesem Appell fanden sich 66 Helfer zum Arbeitsdienst auf dem Waldsportplatz ein. Auch finanziell unterstützte die Gemeinde das Vorhaben noch mit 500 Reichsmark aus dem Erlös der Jagdpacht.

Die feierliche Einweihung unseres Waldsportplatzes an Pfingsten 1932 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Vereinsgeschichte.

Bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges war der Sportplatz Dreh- und Angelpunkt des sportlichen Geschehens. Es hatte sich inzwischen eine feste Grasnarbe gebildet und durch die Hanglage war der Platz fast immer trocken und bespielbar. Für die damaligen Verhältnisse hatten wir einen gut bespielbaren Platz, der auch rege genutzt wurde.

Im zweiten Kriegsjahr 1940 wurde die positive Entwicklung jäh unterbrochen und der Spielbetrieb bis 1945 eingestellt.

Nachkriegszeit ab 1945

Schon kurz nach Ende des 2. Weltkrieges lebte der Fußball in Kleestadt 1945 wieder auf. Obwohl Vereine wegen der tragischen Vergangenheit noch offiziell verboten waren, trug man in Kleestadt wieder erste Freundschaftsspiele aus.

Die Spuren des Krieges waren auch in Kleestadt zu spüren: Viele ehemalige Spieler und hoffnungsvolle junge Talente kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück oder befanden sich in Gefangenschaft. Aber es fanden auch ehemalige Soldaten und Vertriebene, die nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten, in Kleestadt eine neues Zuhause. Unter diesen jungen Männern waren auch einige gute Fußballer, die von da ab zusammen mit den Einheimischen das neue Fundament unserer Fußballmannschaft bilden sollten.

Als dann am 6. September 1946 schließlich der Antrag auf Wiedereröffnung des Vereines von der amerikanischen Militärregierung genehmigt wurde, waren die ersten Voraussetzungen für eine vielversprechende Zukunft des Vereines geschaffen.

Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Damen-Handball-Abteilung ins Leben gerufen. (Frauenfußball galt in dieser Zeit noch als unschicklich. Der Deutsche Fußball-Bund sprach 1955 gar ein Verbot aus, welches erst 1970 wieder aufgehoben wurde). Betreuer der handballbegeisterten Damen war Bertold Dönigus. Trainiert wurde das Team von unserem Torwart Willi Berwing.

1946 war ein erfolgreiches Jahr für die “Viktoria”, schon in der ersten Pflichtrunde wurden unsere Handball-Damen Dritter, die Fußballer wurden sogar Vize-Meister.

Ein besonderes Erlebnis war ein Freundschaftsspiel am 20. Januar 1947 auf dem Bieberer Berg in Offenbach, wo unsere Mannschaft das Vorspiel der Oberliga Süd-Begegnung zwischen Kickers Offenbach und dem VFB Stuttgart gegen die Reserve der Offenbacher Kickers austrug. 80 begeisterte Kleestädter Anhänger feierten ein beachtliches 1:1, das unsere Mannschaft in diesem Spiel erreichen konnte.

Der Verein erlebte einen sportlichen Aufschwung. Aufgrund der Spielstärke unserer Mannschaft wurden wir in die A-Klasse eingeteilt, wo wir uns 6 Jahre lang behaupten konnten. In diesen Jahren musste sich unsere Mannschaft häufig mit ehemaligen Oberligaspielern, die nach dem Krieg ihr Glück auf dem Lande gefunden hatten und dort die Stars in ihren neuen Vereinen waren, messen.

Leider folgte darauf 1953 der Abstieg in die B-Klasse. Trotzdem war man motiviert und bestrebt, den Abstieg bei den Anhängern vergessen zu lassen und wieder aufzusteigen. Ungeachtet des sportlichen Abstiegs, wurde 1953 das 40-jährige Jubiläumsfest zünftig und würdig gefeiert.

Bereits in der darauf folgenden Runde errang die Mannschaft unter Spielertrainer Friedel Engel aus Dietzenbach 1954 die Meisterschaft und schaffte den direkten Wiederaufstieg in die A-Klasse. Unter seiner Leitung konnten auch im folgenden Jahr beachtliche Erfolge erzielt werden.

Der tiefe Fall und der Wiederaufbau

Aufgrund unglücklicher Ereignisse im Spieljahr 1955/56 folgte der erneute Abstieg in die B-Klasse. Mit unserer jungen Mannschaft konnten wir auch dort nicht bestehen. Die letzten fünf Mannschaften der beiden B-Klassen, darunter auch unsere, wurden in die neu gegründete C-Klasse eingeteilt.

Sportlich wie finanziell stand der Verein kurz vor dem Ruin. Unter der Leitung des späteren Ehrenvorsitzenden Heinrich Diehl wurde der finanzielle Engpass durch ein Sommernachtsfest auf der Tuchbleiche unter freien Himmel überwunden. Das aus der Not heraus geborene Fest war finanziell ein Erfolg und wurde daraufhin lange Jahre Tradition. Nach der finanziellen Gesundung des Vereins konnte mit Paul Reinsch endlich auch wieder ein Trainer verpflichtet werden. Nach dessen Weggang im Jahr 1960 übernahm Heinrich Diehl bis 1967 ehrenamtlich das Training. Die erste Mannschaft spielte in dieser Zeit mit wechselndem Erfolg zumeist im oberen Tabellendrittel, während der zweiten Mannschaft gleich dreimal in Folge von 1963-1965 die Meisterschaft gelang.

50-jähriges Bestehen 1963

Ein Glanzlicht in der Vereinsgeschichte war das 50 jährige Jubiläum, welches mit einem Jubiläumsfest unter der Schirmherrschaft von Landrat Ludwig Pfeifer würdig begangen wurde. Zusammen mit dem Festausschuss hatte der Festpräsident Heinrich Diehl eine rundum gelungene Veranstaltung organisiert, die mit einer Fülle von sportlichen und unterhaltsamen Darbietungen für ein voll besetztes Zelt und positive Außenwirkung sorgte. Dank der Mithilfe aller Mitglieder und der Unterstützung der Kleestädter Ortsvereine war das Jubiläum ein voller Erfolg.

In den späten 60er Jahren machte besonders die A-Jugend von sich reden, die sich zwischen 1966 und 1970 zweimal den Vize-Kreismeistertitel sichern konnte. Weniger erfolgreich waren in diesen Jahren die Aktiven-Mannschaften, die zumeist im Mittelfeld der C-Klasse rangierten.

Gründung der Damenmannschaft

Im Frühjahr 1971 genehmigte der Deutsche Fußballbund den offiziellen Spielbetrieb für Damenmannschaften. Daraufhin regte die Vereinsführung des SV Kleestadt an, auch in Kleestadt Werbung für den Damenfußball zu machen. Die Resonanz war besser als erwartet. So konnten die ersten Trainingsabende mit 13 motivierten und ambitionierten Spielerinnen absolviert werden.

Auch die Damen-Mannschaft kann in ihrer langen Geschichte auf so manchen sportlichen Erfolg zurückblicken.

Die Mädchen-Mannschaft des SV Kleestadt hat u.a. die 12-fache Mädchen-Nationalspielerin Madita Spee, die später beim Bundesligisten 1. FFC Frankfurt spielte und heute in der Regionalliga Süd für Eintracht Frankfurt aktiv ist, hervorgebracht.

60 Jahre SV Kleestadt 1973

Das 60-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1973 war überschattet vom tragischen Unfalltod des damaligen 1. Vorsitzenden Willy Straub, der einen Monat vor dem Jubiläumsfest im Alter von nur 27 Jahren ums Leben kam.

Der Verlust des jungen und engagierten Vorsitzenden war ein schwerer Schicksalsschlag für den Verein. Trotzdem wurde das Jubiläumsfest – auch im Sinne des Verstorbenen und zu seinem Gedenken – wie geplant ausgerichtet.

Renovierung Waldsportplatz

In den 1970er Jahren bereitete unser Waldsportplatz immer wieder große Sorgen. Im Laufe der Jahre hatte sich der Boden so verdichtet, dass kein Wasser mehr ablief und sich Schlamm und Morast bildeten. Der Boden hatte sich dermaßen gesetzt, dass sich ein Quergefälle von 2,80 m ergab. Eine Totalrenovierung war unumgänglich.

Der damalige 1. Vorsitzende, Willi Straub, stellte sogar einen Antrag, den Sportplatz an das Bürgerhaus zu verlegen. Nicht zuletzt wegen der enormen Kosten, die sich allein durch Grundstücksankäufe und den Sportplatzbau ergeben hätten, war das Vorhaben zum Scheitern verurteilt.

Da die finanziellen Mittel auch 1974 knapp waren, musste eine kostengünstige Alternative gefunden werden. Schnelles Handeln war gefragt. Bürgermeister Rudi Ruzicka, der sich sehr mit dem Verein und dem Projekt identifizierte, gelang es, eine in Aschaffenburg stationierte Pioniereinheit der U.S. Army zu verpflichten. Mit Raupenfahrzeugen und schwerem Gerät wurden ca. 6.000 Kubikmeter Erde am Hang abgetragen und an der Straßenseite wieder einplaniert und verdichtet. Die von Willy Straub eingeleitete Ausführungsplanung erfolgte über die Gemeinde und wurde von Heinrich Brehm und Ludwig Wörner in Abstimmung mit Bürgermeister Ruzicka umgesetzt.

750 laufende Meter Drainagerohre wurden verlegt und das Spielfeld als Rasenplatz hergerichtet.

Die Verlegung der Wasserleitung vom Kleestädter Wasserwerk sowie die Errichtung der Flutlichtanlage waren weitere wichtige Maßnahmen.

Das Spielfeld wurde eingezäunt, rundum wurden Sitzbänke aufgestellt, bevor der Sportplatz vom 16. bis 20. Juni 1976 feierlich eingeweiht wurde.

Mit den nun guten Voraussetzungen ließen auch die sportlichen Erfolge nicht mehr lange auf sich warten. Es folgten die erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte.

Nun kam es aber wie es kommen musste. Die Überbeanspruchung durch unsere vielen Mannschaften hinterließ schon bald gewaltige Spuren, so dass der Ruf nach einem 2. Sportplatz immer lauter wurde. Darauf sollten wir aber fast 30 Jahre warten müssen.

Meisterschaft 1976/77 und Aufstieg in die B-Klasse

Die gute Jugendarbeit der letzten Jahre begann Früchte zu tragen, Nach über 20 Jahren in der C-Klasse, erreichte die 1. Mannschaft in der Saison 1976/77 die Meisterschaft und schaffte damit den Aufstieg in die B-Klasse. Diese Meisterschaft war zugleich der Grundstein für die weitere erfolgreiche Entwicklung. Gute Kleestädter Fußballer, die zu höherklassigen Vereinen gewechselt waren, fanden wieder den Weg zurück nach Kleestadt und wurden zu Leistungsträgern in unserer Elf. Im Vorstand wurde zudem ein Generationswechsel vollzogen. Ein neues Gremium, verstärkt durch die Erfahrungsträger der letzten Jahre, sollte fortan die Geschicke des Vereins bestimmen.

Nur drei Jahre später schaffte unsere Mannschaft in der Saison 1979/80 als Tabellenzweiter hinter Viktoria Aschaffenburg II den erneuten Aufstieg in die A-Klasse Darmstadt-Ost, die heutige Kreisoberliga Dieburg-Odenwald. Trotz aller Skepsis konnte die Klasse gehalten werden und schon nach kurzer Zeit hat sich die Mannschaft in dieser Spielklasse etabliert. Verstärkt mit einigen auswärtigen Spielern war man schon bald ein ernst zu nehmender Gegner auch für die größeren und traditionsreichen Vereine der Region.

Bau des Vereinsheims 1981/82

Getragen von der Euphorie der sportlichen Erfolge machte sich eine Aufbruchsstimmung breit. Die Umkleideräume und sanitären Einrichtungen in der Anfang der 1960er Jahre gebauten Umkleidekabine waren längst nicht mehr zeitgemäß. Der Wunsch nach einem modernen Vereinsheim wurde laut.

Ein Bauausschuss wurde gegründet. Unter der Bauleitung von Helmut Stang wurde nach den Plänen von Heinrich Brehm mit der Arbeit begonnen. Motor und Organisator des Vorhabens war unser heutiger 1. Vorsitzender Helmut Beckenhaub.

Nach zweieinhalbjähriger Ausführungszeit wurde das Projekt unter Mitwirkung von 150 Helfern und mit 1.400 Arbeitsstunden in Eigenleistung fertiggestellt.

Finanzielle Unterstützung erhielten wir von der Stadt Groß-Umstadt, dem Hessischen Fußballverband, dem Land Hessen sowie dem Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Mit der Einweihungsfeier im März 1982 wurde das Vereinsheim seiner Bestimmung übergeben und bildet seitdem den kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des Vereins. Das Vereinsleben wurde dadurch enorm bereichert und hat viele neue Impulse erfahren. Gerne blicken wir auf die vielen schönen geselligen Abende und Veranstaltungen zurück, die zur Förderung der Kameradschaft, nicht nur unter den Aktiven, sondern auch unter Mitgliedern und Freunden des Vereins beigetragen haben.

75 Jahre SV Kleestadt 1988

Vom 15. bis 18. Juli 1988 feierte der Verein unter der Schirmherrschaft des Kreisbeigeordneten Dietmar Schöbel sein 75-jähriges Jubiläum mit einem großen Jubiläumsfest. Wie schon bei den beiden Jubiläumsfesten zuvor, war es wiederum Heinrich Diehl, der als Festpräsident fungierte und gemeinsam mit dem 18-köpfigen Festausschuss für einen würdigen Rahmen und ein tolles Programm sorgte. Als musikalischer Leckerbissen konnte KARAT, eine weltbekannte Spitzenband aus der ehemaligen DDR, verpflichtet werden. Sportliches Highlight war ein Freundschaftsspiel, in dem unsere Mannschaft mit einigen guten Spielern aus den Nachbarvereinen verstärkt, gegen den damaligen Zweitligisten Viktoria Aschaffenburg antrat.

Meisterschaft 1996/97 und Aufstieg in die Bezirksoberliga Darmstadt

In der Saison 1995/96 als Vizemeister noch knapp in der Relegation gescheitert, errang unsere 1. Mannschaft unter Spielertrainer Bodo Mattern im Spieljahr 1996/97 souverän die Meisterschaft. Nach 17 Jahren Zugehörigkeit zur Bezirksliga Darmstadt Ost konnte die Mannschaft mit dem direkten Aufstieg in die Bezirksoberliga Darmstadt (der heutigen Gruppenliga Darmstadt) den bislang größten Triumpf der Vereinsgeschichte feiern.

Leider konnte der Klassenerhalt trotz bravouröser Leistungen nicht erreicht werden, dies schmälert den sportlichen Erfolg jedoch in keinster Weise. Es folgten weitere 15 erfolgreiche Jahre in der heutigen Kreisoberliga Dieburg/Odenwald, in der unsere Mannschaft zu einer festen Größe in dieser Spielklasse wurde und wiederholt Vizemeisterschaften errang, die zur Teilnahme an den Relegationsrunden um den Aufstieg in die Gruppenliga berechtigte. Auch wenn der erneute Aufstieg nicht gelang, gehörte der SV Kleestadt viele Jahre zu den Meisterschaftsfavoriten.

Bau des Trainingsfeldes 2001 bis 2003

Getragen von den sportlichen Erfolgen prosperierte der Verein über mehrere Generationen hinweg. Neben den beiden aktiven Seniorenmannschaften, der Damen- und Mädchenmannschaft sowie einer AH-Mannschaft war es insbesondere die intensive Jugendarbeit, die den Sportplatz über Jahre stark strapazierte. Mehr als 25 Jahre nach der Renovierung unseres Waldsportplatzes und knapp 30 Jahre nach den ersten Anläufen, begannen am 08.07.2002 endlich die Bauarbeiten zu dem finanziell beträchtlichsten Projekt des Vereins.

Nach mehreren Jahren der Vorbereitung, wurde gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Reitzel, Groß-Zimmern, Anfang des Jahres 2000 mit der Vorplanung zwecks Ermittlung der Baukosten begonnen und die Beantragung der Fördermittel in die Wege geleitet. Der Finanzierungsplan vom 19.06.2001 ergab Baukosten in Höhe von 556.187,12 DM bzw. 284.373,96 Euro.

Nachdem eine geotechnische Begutachtung des vorgesehenen Geländes die Realisierbarkeit des Vorhabens bestätigte, wurde die Feinplanung in Angriff genommen.

Auf die Ausschreibung des Bauvorhabens vom 08.04.2002 waren vier Angebote eingegangen. Den Zuschlag erhielt die Bietergemeinschaft der Firmen Aumann und Rundel, die bei der Ausführung durch zahlreiche Helfer des Vereins unterstützt wurden. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten und einer einjährigen Liegezeit konnte das neue Spielfeld im Jahr des 90-jährigen Bestehens am 11.07.2003, im Rahmen der Fußball-Stadtmeisterschaft, eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden.

Mit einem enormen Anteil Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder, die insgesamt 2.783 Arbeitsstunden leisteten und 284 Maschinenstunden bereitstellten, konnte die Baumaßnahme endlich am 22.12.2003 mit dem Einbau des Eingangstores abgeschlossen werden. Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt 554.194,25 DM bzw. 283.355,02 Euro und lagen damit fast genau auf dem ursprünglich erstellten Finanzplan. Wieder einmal war es unser 1. Vorsitzender Helmut Beckenhaub, der die vielen Helfer mobilisierte und bei diesem Projekt unermüdlich und mit gutem Beispiel voranging. Aber ohne die Förderung durch die Stadt Groß-Umstadt, des Landes Hessen sowie des Landkreises Darmstadt-Dieburg wäre die Realisierung nur aus Vereinsmitteln nicht möglich gewesen.

Die positiven Auswirkungen des Trainingsfeldes machten sich schon nach kurzer Zeit bemerkbar. Aufgrund der Entlastung des Hauptfeldes finden unsere Mannschaften heutzutage ausgezeichnete Bedingungen vor. Aus der Gemeindewiese von einst ist eine Sportanlage entstanden, die heute zu den schönsten im Landkreis zählt.

1B-Mannschaft: Aufsteiger 2003/04 und 2010/2011

Die 1B-Mannschaft, die seit dem Jahr 2000/2001 in eigenen Meisterschaftsrunden spielt, begann zunächst in der C-Klasse Dieburg. In der Saison 2003/2004 sicherte sich unsere Mannschaft mit der Vizemeisterschaft den Aufstieg in die B-Klasse Dieburg. Nach einer von Personalsorgen geprägten Runde stand am Ende der Saison 2009/10 der Abstieg, aber schon ein Jahr darauf gelang die Meisterschaft und damit verbunden der Wiederaufstieg in die B-Klasse.

Resümee

Mit großem Stolz kann der SV Viktoria 1913 Kleestadt e.V. auf seine 100-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. Nicht nur in sportlicher, sondern auch in sozialer und gesellschaftlicher Hinsicht ist der Sportverein ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft geworden und leistet seinen Beitrag zum Gemeinwohl und der positiven Entwicklung unserer Gemeinde.

Auf dem Fundament von Fairness, Respekt und Zusammenhalt waren Teamgeist und Kameradschaft sowie die herausragende Arbeit, Entschlossenheit, Ausdauer und unermüdlicher Einsatz der Verantwortlichen die Bausteine des Erfolges.

Wenngleich die 1. Mannschaft nach einer glücklosen Saison im Jahr 2011/2012 nach 32 Jahren den Abstieg in die Kreisliga A hinnehmen musste, zählt der SV Kleestadt zu den erfolgreichsten Vereinen im Umkreis. Mehr als drei Jahrzehnte dominierte der SV Kleestadt auch das Fußballgeschehen in der Stadt Groß-Umstadt; 15 Stadtmeistertitel seit dem Jahr 1979 belegen dies eindrucksvoll.

Im Jubiläumsjahr kann die junge Mannschaft noch nicht wieder an die sportlichen Leistungen früherer Jahre anknüpfen, sie konnte jedoch mit einigen Achtungserfolgen ihr Potenzial unter Beweis stellen, so dass auch in Zukunft wieder mit positiven Ergebnissen zu rechnen sein wird.

Im Jubiläumsjahr 2013

Aktuell unterhalten wir zwei Senioren- und neun Jugendmannschaften sowie eine Damen- und eine Mädchenmannschaft, die aktiv am Vereinsgeschehen teilnehmen und sich in zahllosen Punkt- und Freundschaftsspielen in unterschiedlichen Spielklassen mit den Vereinen des Umlandes messen.

Aber auch neben dem sportlichen Spielbetrieb hat der Verein einiges zu bieten. Bei den zahlreichen kulturellen und geselligen Aktivitäten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Überzeugen Sie sich selbst, bei uns sind Sie jederzeit “Herzlich Willkommen”.